| TCM-Therapie |
|
Sterilität: Unfruchtbarkeit der Frau bzw. Zeugungsunfähigkeit des Mannes
Infertilität: Unfähigkeit eine Schwangerschaft bis zu einem lebensfähigen Kind auszutragen |
|
|
|
Hat die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) in der Behandlung des Kinderwunsches eine ebenso lange Tradition wie in der Behandlung anderer Krankheiten?
|
|
Kinderlosigkeit oder das Unvermögen ein Kind auszutragen haben sich in den letzten Jahren zu einem wachsenden Problem in den westlichen Ländern entwickelt. In China führte der Wunsch der Chinesen nach möglichst zahlreicher Nachkommenschaft schon frühzeitig zur Herausbildung der TCM-Frauenheilkunde als Spezialdisziplin. In den klassischen Werken finden sich eine Fülle von Hinweisen zur Diagnose und Therapie von Frauenkrankheiten; bereits in der Han-Dynastie (206 v.C. - 220 n.C.) waren Therapeuten auf die Behandlung von Frauen auch der Kinderlosigkeit - spezialisiert. In der Song-Dynastie (960-1279) gab es an der Kaiserlichen Medizinischen Hochschule eine Abteilung für Frauenkrankheiten und Geburtshilfe. Aus diesem reichen Erfahrungsschatz können heute entsprechend ausgebildete Therapeuten schöpfen.
|
|
| Welche Ursachen kennt die TCM für die Kinderlosigkeit? |
|
In der TCM kennt man die 'Fünf Funktionskreise', in deren Mittelpunkt jeweils ein inneres Organ mit seinen zugehörigen Funktionen, Geweben, Sinnesorganen und weiteren Aspekten wie Jahreszeit, Klima und Emotionen steht.
Der für die Fortpflanzung wichtigste Funktionskreis ist der Funktionskreis der Niere. Aufgaben und Funktionen dieses Funktionskreises haben nur sehr bedingt mit den schulmedizinisch definierten Funktionen der Nieren zu tun. Die Niere speichert die so genannte 'Essenz' (chin. 'Jing'); sie setzt sich aus von den Eltern ererbter 'Essenz' und aus der Nahrung erworbener 'Essenz' zusammen. Aus dem 'Jing' entstehen Substanzen (Yin) und Funktionen (Yang) des Organismus. Das 'Jing' ist zuständig für Wachstum und Entwicklung, sexuelle Reifung, Menstruation, Empfängnis und Schwangerschaft; es bestimmt Reifung und Alterung des Menschen.
|
|
| Manifestationen eines 'Jing' Mangels in Bezug auf die Fertilität: |
- verzögertes Eintreten von Pubertät und Menstruationsblutung
- unregelmäßige Menstruationsblutung
- Impotenz Frigidität
|
|
|
Ein 'Jing' Mangel kann sich als vorherrschender Yin- oder Yang-Mangel äußern:
|
| Yin Mangel wichtige Symptome: |
- schlank mit Tendenz zum Untergewicht
- Neigung zu Hitze-Zuständen, besonders heißen Füßen
- Rückenschmerzen, die sich im Laufe des Tages verschlechtern, keine Besserung durch Wärme
- Schwäche der Knie
- Schwindel, Ohrensausen, Schlafstörungen
- vermehrtes sexuelles Verlangen
- bei Frauen: kurzer Zyklus, starke Blutung
- bei Männern: vorzeitige Ejakulation, geringe Spermienzahl
|
|
|
|
| Yang Mangel wichtige Symptome: |
|
|
|
|
|
|
Ein Schwäche-Zustand der Niere ist fast immer das grundlegende Problem bei Fertilitätsstörungen. Komplizierend kommen häufig noch Probleme mit mangelhaftem Energie- und/oder Blutfluss und Ansammlungen von trüber
Lymphe im Unterleib oder resttoxische Zustände nach Infektionen hinzu.
|
|
| Energie-Fluss gestört ('Qi-Stagnation') wichtige Symptome: |
-
Prämenstruelles Syndrom: Nervosität, Reizbarkeit, Ungeduld, Depressionen, Brustschmerzen, Gewichtszunahme, Verstopfung oder Durchfall, Migräne oder Kopfschmerzen, Schlafstörungen, nächtliches Schwitzen
-
schmerzhafte Menstruationsblutung mit Schmerzen vor der Menstruation - die Schmerzen sind ziehend und wandernd
- unregelmäßige Menstruation
- immer angespannt und gestresst
- alle Symptome treten verstärkt auf bei Stress
|
|
|
|
| Blut-Fluss gestört ('Blut-Stagnation') wichtige Symptome: |
-
schmerzhafte Menstruationsblutung mit Schmerzen vor oder während der ersten Tage der Menstruation, die Schmerzen verschwinden wenn das Blut richtig fließt
-
Klümpchen im Menstruationsblut das Blut ist dunkel
- die Schmerzen sind stechend-bohrend
- unregelmäßige Menstruation
- Endometriose Myome
|
|
|
|
|
Ansammlung von trüber Lymphe ('Akkumulation von Feuchtigkeit-Schleim') wichtige Symptome:
|
-
Neigung zur Gewichtszunahme oder Übergewicht
-
unregelmäßige Menstruation mit verzögertem Eisprung
- Menstruationsblut eingedickt und eventuell schleimig
- Schmerzen im Unterleib beim Eisprung
-
chronischer weißlicher oder weißlich-gelblicher Ausfluss aber wenig oder kaum fadenziehender Schleim während des Eisprungs
-
Eierstockzysten Polyzystische Ovarien - Flüssigkeitsansammlungen in den Eileitern
|
|
|
|
|
Resttoxische Zustände nach Infektionen ('Ansammlung von Feuchter- oder Toxischer Hitze') wichtige Symptome:
|
|
|
|
|
|
|
Bei vielen Patientinnen findet sich ein kombinierter Krankheitszustand; durch Kräutertherapie und/oder Akupunktur muss sowohl die Niere gestärkt, als auch der Energie- und Blutfluss reguliert und Schlackenstoffe ausgeleitet werden. Auf diese Weise werden die Patientinnen in einen optimalen Gesundheitszustand gebracht und Empfängnis und Schwangerschaft sowie das Austragen eines gesunden Kindes und die Stillzeit bestmöglichst gefördert. Nur ein qualifizierter, erfahrener Therapeut kann eine derartige auf die einzelne Patientin und ihren komplexen Zustand abgestimmte Therapie durchführen.
|
|
Bei welchen schulmedizinisch definierten Ursachen der Kinderlosigkeit kann die TCM helfen?
Als Beispiel seien die folgenden häufigen Diagnosen genannt: |
|
|
|
| Wie wird die Behandlung mit der TCM durchgeführt? |
|
Vor Behandlungsbeginn sollte eine gründliche schulmedizinische Untersuchung erfolgen. Da die Ursachen des unerfüllten Kinderwunsches sowohl bei der Frau als auch beim Mann liegen können (in seltenen Fällen auch bei beiden) müssen vor Behandlungsbeginn beide Partner untersucht werden.
Die individuelle TCM-Diagnose wird durch eine ausführliche Anamnese und eine Puls- und Zungendiagnose gestellt. Ergänzt wird die klassische Diagnostik durch die von der Patientin durchgeführte morgendliche Messung der Basal- oder Aufwachtemperatur und das Führen eines Zyklusprotokolls. Aus der Aufwachtemperaturkurve kann auf den Zustand des Yin und Yang der Niere sowie des emotionalen Zustandes geschlossen werden.
Auf der Grundlage dieser Daten wird unter Berücksichtigung der schulmedizinischen Diagnose ein Therapieplan erstellt.
Die Therapie besteht in der Verschreibung von individuellen Kräuterrezepturen für die verschiedenen Abschnitte des Zyklus (Menstruation, Eireifung, Eisprung, Gelbkörperhormonphase). Zusätzlich wird einmal wöchentlich eine kombinierte Ohr- und Körperakupunktur durchgeführt. Zur optimalen Vorbereitung auf eine Schwangerschaft werden sinnvolle und notwendige Änderungen von Lebensweise und Ernährung besprochen.
|
|
| Welche Erfolgsaussichten hat die TCM bei der Behandlung der Kinderlosigkeit? |
Die Erfolgsaussichten sind von verschiedenen Faktoren wie Alter, allgemeinem Gesundheitszustand, Zustand der für die Empfängnis und das Austragen eines Kindes zuständigen Organe (Unterleibsorgane), Lebensweise und Ernährung und auch von dem individuellen Stresslevel, abhängig.
Als generelle Richtlinie gilt, dass bei Frauen bis 35 Jahren nach 6 bis 9 Monaten ein positives Resultat erwartet werden kann; bei Frauen über 35 Jahren sind 9 bis 12 Monate Therapiezeit notwendig. Bestehen Faktoren wie beispielsweise die langjährige Einnahme der Anti-Baby-Pille, künstliche Befruchtungen, Endometriose, polyzystische Ovarien, Vorgeschichte von Drogen, Alkohol oder Rauchen, ist eine längere Therapie notwendig.
Die Erfolgsrate in meiner Praxis entspricht der Erfolgsquote der schulmedizinischen Infertilitätsbehandlung, sie liegt zwischen 20 und 30% - als Erfolg wird ein erfolgreiches Austragen des Kindes betrachtet.
Die Wirksamkeit von Akupunktur und chinesischer Kräutermedizin ist dokumentiert in der vom Institute of Health der USA betriebenen wissenschaftlichen Datenbank "PubMed" (www.ncbi.nlm.nih.gov/sites/entrez?cmd=search&db=pubmed)
Die Eingabe der Stichwörter 'Infertility + Acupuncture', 'Infertility + TCM', 'Infertility + Chinese Medicine' zeigen hunderte Publikationen an, die die Effektivität der TCM bei dieser Indikation geprüft haben.
|
|
| Kann die TCM auch bei männlichen Fertilitätsproblemen helfen? |
Männliche Fertilitätsprobleme können mit den Methoden der TCM sehr gut behandelt werden. Durch Akupunktur und/oder Kräutermedizin können Volumen des Ejakulates, Anzahl und Beweglichkeit der Spermien sowie die Zahl der normal geformten Spermien positiv beeinflusst werden. Hinweise zu einer Änderung der Lebensweise und der Ernährung runden das Behandlungskonzept ab.
Spermien brauchen ca. 70 Tage bis zur Reifung, der Effekt der Therapie tritt daher frühestens nach knapp 3 Monaten ein. Das Vorliegen von abgelaufenen Infektionen der Geschlechtsorgane und der Harnwege sowie eine Vorgeschichte von Drogen, Alkohol oder Rauchen macht eine längere Therapie notwendig.
Auch zur Wirksamkeit der TCM bei männlichen Fertilitätsproblemen sind bei der wissenschaftlichen Datenbank "Pubmed" (www.ncbi.nlm.nih.gov/sites/entrez?cmd=search&db=pubmed) die Ergebnisse zahlreicher Studien veröffentlicht.
|
|
| Kann die TCM bei einer künstlichen Befruchtung die Erfolgsrate verbessern? |
|
Es gibt eindeutige Hinweise, dass Akupunktur und/oder Kräutermedizin auch die Resultate der künstlichen Befruchtungen verbessern. Eine vorbereitende Kräutertherapie über mindestens drei Monate trägt zur Optimierung des Ergebnisses bei und ergänzt die schulmedizinische Therapie gerade auch in Bereichen, in denen sie den Patienten wenig anzubieten hat. Eine TCM-Therapie wirkt generell stärkend und aufbauend und kann so die Behandlung mit westlicher Medizin effektiver machen. Unerwünschte Nebenwirkungen werden reduziert und die Wahrscheinlichkeit ein gesundes Kind auszutragen kann erhöht werden.
|
|
| Was kostet eine TCM-Behandlung bei Infertilität und Sterilität? |
|
Die Kosten für eine TCM-Therapie betragen € 60,- für die Erstkonsultation (Information und Diagnose) sowie € 195,- monatlich für eine kombinierte Akupunktur- und Kräutertherapie. Die alleinige Behandlung mit Kräutermedizin kostet € 60,- pro Monat.
|
|